Die Mission CASSINI / HUYGENS zum Saturn – (Foto: ©Studierende der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Martina Lienhop)

Die Mission CASSINI / HUYGENS...

Die Mission CASSINI / HUYGENS zum Saturn –

Enthüllungen und Geheimnisse, Überraschungen und offene Fragen

04. Dezember 2017

Neue Gedankenräume erobern.

Astroherbst Information zur Veranstaltungsreihe

Fast kein Tag vergeht, an dem nicht neue extrasolare Planeten entdeckt werden, dabei immer häufiger auch erdähnliche. Raumsonden liefern uns faszinierende Bilder fremder Welten, und mit Weltraumteleskopen blicken wir bis in die kosmische Frühzeit zurück. Kaum eine wissenschaftliche Disziplin hat unser Weltbild so grundlegend beeinflusst wie die Astronomie. Immer wieder haben neue Entdeckungen den Menschen dazu gebracht, sein Verständnis des Universums zu revidieren.

Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentiert das Haus der Wissenschaft Braunschweig spannende Vorträge von renommierten Experten, die allgemeinverständliche Einblicke in ihre Wissenschaftsbereiche geben:
Wird es auch in den nächsten Jahrzehnten Sternstunden der Raumfahrt geben wie einst die Mondlandung - und wenn ja, welche? Was haben wir aus den Ergebnissen der ROSETTA-Mission über die Entstehungsgeschichte unseres Planetensystems gelernt? Welche Einblicke in die geheimnisvolle Welt des Saturn verdanken wir CASSINI und HUYGENS? Was lag der rätselhaften Bahnabweichung der Pioneer-Raumsonden zugrunde? Werden Astronauten der Zukunft auf Mond und Mars ihr eigenes Gemüse kultivieren?

Die Vortragsreihe "Astroherbst" geht diesen und weiteren Fragen auf den Grund. Wie immer bleibt im Anschluss an die Vorträge genügend Zeit, Fragen zu stellen und das Gehörte zu diskutieren.

Die Mission CASSINI / HUYGENS zum Saturn – Enthüllungen und Geheimnisse, Überraschungen und offene Fragen

Inhalt folgt

Referent

Dr. Norbert Krupp, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Göttingen

Antarktis-Gewächshaus EDEN-ISS Vorbereitung für zukünftige Habitate auf Mond und Mars

13. November 2017

Der Langzeitaufenthalt von Menschen im Weltraum erfordert die Entwicklung neuer Technologien zur Erhaltung gesunder Umgebungsbedingungen, zur Handhabung von Abfällen sowie zur Bereitstellung von Wasser, Sauerstoff und Lebensmitteln. Zukünftige Forschungsbasen auf dem Mond oder dem Mars werden ohne solche Technologien auf keinen Fall auskommen, und auch in zukünftigen Raumstationen werden Biotechnologien unter Weltraumbedingungen eine Schlüsselrolle spielen.

Das internationale Projekt EDEN-ISS ist ein Markstein auf dem Wege dorthin. Landwirtschaftliche Anbausysteme unter vollständig kontrollierten Umgebungsbedingungen („Controlled Environment Agriculture“, CEA) sollen das üppige Gedeihen der Pflanzen auch in der Schwerelosigkeit oder unter reduzierter Schwere ermöglichen, Wasser regenerieren, Sauerstoff durch Photosynthese erzeugen und natürlich Nahrungsmittel erzeugen. Die Pflanzen wurzeln dabei in keinerlei Boden, sondern werden mit einer Nährlösung besprüht. Sie werden am Ende ebenso wie die Astronauten Teil eines geschlossenen regenerativen Systems sein.

Als Vorstufe dient ein Forschungsmodul, das „International Standard Payload Rack“ (ISPR) in Verbindung mit einem „Future Exploration Greenhouse“ (FEG). Die Technologie hierfür wird aktuell in einer mobilen Testanlage erprobt, die sich in der hochisolierten, vom Alfred-Wegener-Institut betriebenen Neumayer-Station III in der Antarktis befindet.

Ingenieur Daniel Schubert leitet das Team am Institut für Raumfahrtsysteme des DLR in Bremen, das diese Testanlage in der Antarktis betreibt.

Referent

Daniel Schubert, Institut für Raumfahrtsysteme, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Bremen

Dem Rätsel der Pioneer-Anomalie auf der Spur

06. November 2017

Die 1972 und -73 gestarteten Raumsonden Pioneer-10 und -11 waren die Vorläufer der berühmten beiden Voyager-Missionen, die zwischen 1979 und 1989 zum ersten Mal die Planeten und Monde des äußeren Sonnensystems aus der Nähe erkundet haben. Bei den vorausfliegenden Pioneer-Sonden ging es primär darum, die Technologie und die Bahnmanöver für die nachfolgenden Voyager-Sonden zu erproben; sie waren die ersten von Menschen gebauten Fahrzeuge, die das Sonnensystem für immer verließen. Bei ihrem Vorstoß in den interstellaren Raum wurde seit 1980 eine zunächst winzige Bahnabweichung festgestellt, deren Ursache viele Rätsel aufgab: War es die Gravitation eines unentdeckten Sonnenbegleiters oder gar eines schwarzen Loches? Konzentrationen dunkler Materie? Unbekannte Effekte der Raumzeit, die die Grundlagen der Allgemeinen Relativitätstheorie erschüttert hätten? Oder gab es doch eine bis dahin verborgene technische Ursache?
Ein von Professor Claus Lämmerzahl geleitetes Team am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen war ein maßgeblicher Partner bei der international organisierten Suche nach der Lösung des Rätsels um die Pioneer-Anomalie. Dr. Benny Rievers, der an der Technischen Universität Braunschweig Luft- und Raumfahrttechnik studiert und in Bremen promoviert hat, war Mitglied dieses Teams und einer der Wissenschaftler, denen die Lösung schließlich gelang. Er konnte nachweisen, dass thermische Abstrahlung der Radioisotopenbatterie an Bord der Raumsonde einen winzigen Schub erzeugt, der über die extrem lange Flugzeit hinweg die Bahnabweichung erzeugt.

Referent

Dr.-Ing. Benny Riever, Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM), Universität Bremen

Wie ROSETTA unser Verständnis über die Entstehung der Planeten verbessert hat

23. Oktober 2017

Die 2016 abgeschlossene ROSETTA-Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA war eines der erfolgreichsten Projekte der Weltraumforschung in den letzten Jahrzehnten. Zum ersten Mal wurde ein aktiver Komet von einer Raumsonde nicht nur im Vorbeiflug passiert, sondern die Sonde blieb über viele Monate in der unmittelbaren Umgebung des Kometen, erforschte ihn aus nächster Nähe und setzte im November 2014 den Lander „Philae“ auf seiner Oberfläche ab. Braunschweiger Forschungsinstitute der Technischen Universität und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt waren maßgeblich an der Mission beteiligt.

Kometen haben bei der Bildung der Planeten vor viereinhalb Milliarden Jahren, insbesondere bei ihrer Anreicherung mit Wasser und organischen Molekülen, eine Schlüsselrolle gespielt. Die ROSETTA-Ergebnisse zeigen indessen, dass diese Rolle im Detail doch wesentlich anders aussah als man vorher gedacht hatte. Auch die Struktur der Kometen selbst unterscheidet sich recht erheblich von früheren Modellvorstellungen. Unser Wissen über die Prozesse im frühen Sonnensystem hat sich jedenfalls durch die ROSETTA-Mission erheblich verbessert.

Professor Jürgen Blum hat 1990 an der Universität Heidelberg in Physik promoviert und habilitierte sich 1999 an der Universität Jena. Dazwischen arbeitete er am Max-Planck-Institut für Kernphysik und am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik sowie am Naval Research Laboratory in Washington. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Planetenentstehung und der Sternenstaub. Seit 2003 ist Jürgen Blum Professor am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig

Referent

Prof. Dr. Jürgen Blum, Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik, Technische Universität Braunschweig

Sternstunden der Raumfahrt – von gestern bis übermorgen

16. Oktober 2017

Einige der bedeutendsten "Sternstunden" der bisherigen Raumfahrtgeschichte sind nahezu allen Menschen bekannt, allen voran die erste bemannte Mondlandung 1969. Andere Pionierleistungen, wie die erste spektakuläre vor-Ort-Erkundung der äußeren Planeten durch die Voyager-Sonden oder der entscheidende Durchbruch, den das Hubble-Teleskop der astronomischen Forschung ermöglichte, sind wenigstens einem breiten fachlich interessierten Publikum bewusst. Aber wie sieht die Zukunft hinsichtlich solcher "Sternstunden" aus? Werden wir sie im 21. Jahrhundert erleben, oder wird sich der Fortschritt eher graduell in kleinen Schritten vollziehen?

Der Vortrag zeigt auf, dass die Forschung im Weltraum in einigen Bereichen höchstwahrscheinlich kurz vor entscheidenden Durchbrüchen steht, und dass es überhaupt keiner spektakulären Abenteuer-Trips von Einwegreisenden zum Mars bedarf, um die Raumfahrt wieder in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Die Suche nach extraterrestrischem Leben wird dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Prof. Dr. Joachim Block leitet seit 2011 die Standorte Braunschweig und Göttingen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Zuvor war er viele Jahre lang verantwortlich für Entwicklung und Bau der Struktur des Kometenlanders "Philae" der ROSETTA-Mission sowie für andere Bauelemente von Raumsonden. Daneben lehrt er seit 2005 am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig.

Referent

Prof. Dr. Joachim Block (Foto: ©DLR)
Prof. Dr. Joachim Block
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Standortleitung Braunschweig / Göttingen

Von Geckos, Raketen und Hybriden Studentische Entwicklungen in der Raumfahrttechnik

29. November 2016

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, das Weltall zu erkunden? Die Mitglieder der ExperimentalRaumfahrt-InteressenGemeinschaft e.V. (ERIG) setzen diesen Traum in die Tat um. Die ERIG ist ein eingetragener studentischer Verein, der sich aus Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen der Technischen Universität Braunschweig zusammensetzt. Seit 1999 beschäftigt sich der Verein mit dem Entwurf, der Konstruktion und dem Bau von Experimentalraketen, Kleinsatelliten und Wetterballons. Mitglieder der ERIG stellen an diesem Abend ihren Verein und die Ergebnisse von zwei Projekten vor, die durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgeschriebenen wurden.

Zu Beginn des Abends informiert Tobias Stelzer über aktuelle Projekte und Entwicklungen von ERIG. Er verrät dem Publikum, womit die Studierenden zurzeit beschäftigt sind und wie sie ihre Raketen, Satelliten und andere Systeme kontinuierlich verbessern wollen. Johannes Becker berichtet dann über das STERN-Programm (Studentische Experimental-Raketen). Studierende bekamen hier unter anderem die Aufgabe, eine Experimentalrakete mit allen benötigten Startvorrichtungen zu planen, zu entwickeln und zu bauen. Lasse Maywald gibt Einblicke in das REXUS/BEXUS-Programm (Raketen- und Ballonexperimente für Universitätsstudenten), innerhalb dessen ein Experiment zum Flug auf einer Rakete entwickelt wurde, die im Februar 2017 starten soll. Das Experiment untersucht das Verhalten von sogenannten „Geckomaterialien“ unter weltraumähnlichen Bedingungen. Diese Materialien haften aufgrund ihrer Oberflächenstruktur an fast allen Feststoffen. Sie können zudem leicht ausgetauscht und wiederverwendet werden. Die Erkenntnisse können in der Zukunft bei der Beseitigung von Weltraummüll helfen.

Referenten

Team der ExperimentalRaumfahrt-InteressenGemeinschaft e.V. (ERIG)

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